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02.02.2012 Falsche Sportmythen
Sport schadet dem Rücken, Saftschorlen sind ein gutes Getränk für Sportler und Magnesium hilft bei Krämpfen – heißt es. Doch diese und andere "Sportmythen" sind nur selten richtig. Prof. Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln erklärt, an welchem Halbwissen etwas Wahres dran ist und welches nicht stimmt.
Wer schwitzt, ist nicht fit: Stimmt nicht! "Sportler besitzen eine bessere Thermoregulation, ihre Muskeln und Zellen sind leistungsfähiger, geben bei hoher Belastung mehr Schweiß ab", erläutert Froböse. Fitte Sportler schwitzen also sogar mehr.
Wer viel schwitzt, muss auch viel trinken: Das ist auch nicht ganz korrekt. "Unser Körper kann nur 0,8 Liter pro Stunde verarbeiten. Bei zu hoher Flüssigkeitszufuhr werden Mineralien ausgeschwemmt, sogar 'Ertrinken' droht", sagt der Experte.
Apfelschorle ist das beste Getränk für Sportler: Darauf antwortet Prof. Ingo Froböse mit einem deutlichen Nein. "Apfelschorle enthält viel Zucker. Außerdem braucht der Körper zwei Stunden, um die Kohlenhydrate zu verbrennen." Ein gutes Alternativgetränk sei Wasser mit Zitrone oder Ingwer.
Magnesium hilft bei Krämpfen: Das könnte stimmen, ist aber in der Umsetzung schwierig. Hier verweist Froböse auf eine Studie, wonach Sportler 400 bis 600 Milligramm einnehmen müssten, um überhaupt eine Wirkung zu spüren. "Blöd nur, dass das garantiert zu Durchfall führt."
Sport schadet dem Rücken: Das sei falsch, so Froböse. "Denn Bewegung kurbelt die Durchblutung an und stärkt die Bandscheiben." Hingegen werde bei fehlender Bewegung die Bandscheiben-Hülle porös und rissig.
Rückenmuskeltraining hilft gegen Rückenschmerzen: Auch das ist ein Mythos. "Viel wichtiger sind kräftige Bauchmuskeln", betont der Fachmann.
Dehnen schützt vor Verletzungen: Das ist nur zum Teil richtig. "Zum Aufwärmen ist Dehnen wunderbar", sagt Froböse. "Es schützt aber nicht vor Muskelrissen, die können bei Belastung immer passieren." Nach der Anstrengung seien Dehnübungen aber eine gute Nachbereitung.
Bewegung bei Arthrose vermeiden: Das ist in den Augen des Wissenschaftlers Blödsinn. "Gerade bei Arthrose sollte man sich bewegen." Der Grund: Die Knorpel erhalten bei Bewegung wichtige Nährstoffe durch die Gelenkflüssigkeiti. "Gleiches gilt übrigens für Bandscheiben", sagt er.
Quelle: Köln (dpa/tmn)
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